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Kläfferquelle – Naturschauspiel im Frühjahr

Vergangenes Wochenende hatten wir die Möglichkeit uns im Rahmen eines VTNÖ-Regionaltreffens die Kläfferquelle, eine der größten Trinkwasserquellen Europas, näher anzusehen.

Ich hatte mich vorab besonders auf diesen „Programmpunkt“ des Regionaltreffens gefreut, da ich die Kläfferquelle schon längere Zeit im Hinterkopf  hatte und sie fotografisch erkunden wollte. Die Quelle bietet im Frühjahr nämlich ein Naturschauspiel der ganz besonderen Art!

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Die Kläfferquelle ist eine Trinkwasserquelle der II. Wiener Hochquellenwasserleitung und befindet sich am Oberlauf der Salza östlich der Gemeinde Wildalpen in der Steiermark. Sie entspringt am Fuße des mächtigen Hochschwabmassivs. Die Kläfferquelle, die seit 1910 in Betrieb ist, und weitere kleinere Quellen, versorgen die ganze Stadt Wien mit frischem Trinkwasser! Die Kläfferquelle ist die mit Abstand ergiebigste Quelle der Wiener Wasserwerke und eine der größten Karstquellen Mitteleuropas. Sie alleine ist für 51 % der Trinkwasserversorung Wiens zuständig! Täglich fließen mindestens 54.000 m³ Wasser von der Kläfferquelle in die Leitung, die vom steirischen Salzatal nach Wien verläuft. Das Wasser legt dabei auf einer Strecke von ca. 180 km einen Höhenunterschied von 360 Meter in 36 Stunden zurück. Besonders erwähnenswert und faszinierend ist auch, dass das Wasser ohne Einsatz von Pumpen in die österreichische Hauptstadt gelangt! Eine besondere Leistung und eine bemerkenswerte Ingenieurskunst wenn man die damaligen Zeiten bedenkt. Viele Aquädukte in der Steiermark und in Niederösterreich zeugen noch heute von dieser Meisterleistung.

Beeindruckendes Naturschauspiel

Im Winter dringt relativ wenig Wasser aus der Quelle. Jedes Jahr im Frühjahr bietet die Kläfferquelle aber ein beeindruckendes Naturschauspiel! Mitte Mai, wenn der Schnee auf den Bergen zu schmelzen beginnt, werden die Wasserhöhlen im Hochschwabmassiv überfüllt und das überschüssige Wasser tritt an die Oberfläche. Während dieser Zeit sprudeln unvorstellbare 10.000 Liter Wasser pro Sekunde aus dem Berg. Das Wasser sucht sich seinen ganz eigenen Weg und sprudelt im Bereich der Kläfferquelle mitten im Wald unter den Steinen hervor und schießt von oben durch den Wald herab. Es dauert höchstens ein paar Wochen, bevor dieses Naturschauspiel wieder zu Ende ist. Zu dieser Zeit und nach starken Niederschlägen können auf einer Länge von 300 Metern auch wunderschöne Wasserfälle bestaunt werden. Sie erreichen eine Höhe von bis zu 70 Metern.

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Das blaue Rohr führt 90 m in den Stollen direkt zum Quellspalt, dem Ursprung der Wasserquelle.

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Hier sprudelt das frische Wasser direkt aus dem Berg. Ab hier fließt es in dem blauen Rohr Richtung Wien. Das überschüssige Wasser (rechts) fließt in die Salza.

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Bereits jetzt quillt sehr viel Wasser an die Oberfläche. Der Höhepunkt der Schneeschmelze ist jedoch noch immer nicht erreicht!

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Ein kleiner Bachlauf hat sich gebildet und fließt den Berg hinab.

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Frisches Moos und saftige grüne Pflanzen soweit das Auge reicht.

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An vielen Stellen sprudelt das frische Wasser aus dem Boden an die Oberfläche und bildet kleine Bäche und Wasserfälle.

Das Gelände rund um die Kläfferquelle ist abgesperrt und man kommt nur mit einer vorherigen Anmeldung hinein. Bei einer kurzen Führung in den Stollen erfährt man viel Interessantes über die Quelle. Den Ursprung dieses sauberen und frischen Wassers kennenzulernen, ist sehr empfehlenswert. Auf jeden Fall lernt man das saubere Trinkwasser, das aus unseren Wasserhähnen fließt, zu schätzen!

  1. Christian Öser
    Christian ÖserMai 09, 2017

    Freue mich, die Quelle auch mit den Augen/Fotos einer anderen Fotografin zu sehen! 🙂

    • Sonja Jordan
      Sonja JordanMai 09, 2017

      Ich hab deine Fotos auch vorab gesehen und mich auf die Quelle gefreut. 🙂

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