Der Herbst – meine Lieblingsjahreszeit – ist für mich jedes Jahr auch eine wichtige Zeit für die Naturfotografie. Die Landschaft verändert sich sichtbar, das Licht wird weicher und die Farben entwickeln sich Tag für Tag und werden bunter. Die Natur bereitet sich langsam auf den Winter vor. Gerade dieses Stadium des Übergangs birgt einen eigenen Reiz: Die Landschaft wirkt ruhiger, sanfter und zugleich geheimnisvoller. In den vergangenen Wochen konnte ich diesmal die Zeit besonders gut nutzen und an verschiedenen Orten fotografieren. Dabei sind einige gute Aufnahmen entstanden, und ich habe neue Plätze besuchen und entdecken können.

Nationalpark Thayatal
Bunte Herbsttage
Einige Male war ich früh am Morgen unterwegs, denn die Stimmungen in den frühen Stunden sind im Spätherbst besonders intensiv. Oft lag ein dünner Nebel über der Landschaft und die Welt wirkte still und gedämpft. Es lag eine fast magische Spannung in der Luft. Als dann langsam die Sonne hervorkam, leuchteten die Farben auf und sanfte Formen entstanden aus dem Grau. Genau dieser Moment zwischen Geheimnis und Klarheit machte so manchen Herbstmorgen für mich so einzigartig und unglaublich stimmungsvoll.
Bunte Herbsttage in den Schladminger Tauern
Den Anfang machte ein Kurzaufenhalt in den Schladminger Tauern im September. Oben in den Bergen kündigt sich der Herbst natürlich immer früher an als im Flachland. Aber mit dieser toller Herbstverfärbung oben in den Bergen habe ich so früh trotzdem nicht gerechnet! Hier zeigte sich der Herbst bereits von seiner allerbuntesten Seite: Dicke, sattgrüne Moosteppiche zogen sich über den Boden, durchsetzt von leuchtend rot und orange verfärbten Heidelbeerpflanzen. Ein wunderbarer Anblick! Nachdem der dichte Nebel langsam verschwunden war und der Regen aufgehört hatte, lag die Landschaft wie frisch gewaschen vor mir. Ein Traum für Naturfotografen und ein Start in den Herbst, wie er nicht besser sein hätte können!

Schladminger Tauern
In der Nothklamm
Kurze Zeit darauf verbrachte ich im Rahmen der VTNÖ-Generalversammlung ein Wochenende am Rande des Nationalparks Gesäuse. Die Herbststimmung war zu dieser Zeit auch hier perfekt und wir hatten wunderbare bunte Herbsttage. Bei kurzen Wanderungen mit Freunden konnte ich die Zeit hier so richtig genießen. Das fotografische Highlight an diesem Wochenende war die Nothklamm bei Gams. Ich kenne die Klamm schon etwas länger von früheren Besuchen, aber noch nie war die Stimmung so schön wie im Herbst. Das Umfeld war abwechslungsreich, und ich konnte viele Details fotografieren: feuchtes Gestein, moosbedeckte Flächen, buntes Laub und fließendes Wasser. Auf den engen Stegen war die Bewegungsfreiheit etwas eingeschränkt und die Motive mussten sorgfältig ausgewählt werden. Die Nothklamm war für mich ein Ort, der sich gut für ruhige, fokussierte Aufnahmen eignete, bei denen man nicht auf weite Blicke angewiesen ist.

Nothklamm
In der Südsteiermark
Ein weiteres Highlight in diesem Herbst war für mich definitiv ein Ausflug mit Freunden in die Südsteiermark, eine Gegend, in der ich zuvor noch nie war. Hier war die Atmosphäre eine komplett andere als in der Bergwelt des Gesäuses oder der Schladminger Tauern: offene Hügellandschaften, Weinberge und vereinzelte Weingüter bestimmten das Bild. Die Herbstfärbung war am Höhepunkt und wir waren bereits zu Sonnenaufgang vor Ort. Nebel lag in den Senken und wir warteten bis die Sonne über den Horizont stieg. Die Motive ergaben sich fast von selbst, da die Landschaft klare Strukturen und ruhige Linien bot. Ich konzentrierte mich hauptsächlich auf Ansichten von Hängen, einzelnen Bäumen und Weingärten.

Südsteirische Weinstraße
Im Thayatal
Zum Abschluss führte mich meine fotografische Herbstzeit in den Nationalpark Thayatal. Dieser Besuch unterschied sich klar von den vorherigen Unternehmungen. Die Temperaturen waren deutlich kälter, und ein starker Wind machte das Fotografieren teilweise richtig unangenehm. Die meisten Blätter waren bereits von den Bäumen gefallen, sodass die Landschaft zurückhaltender wirkte. Die Farben waren weniger kräftig und Nebel lag leider auch nicht über der Thaya. Der Ausblick von der neuen Aussichtswarte war aber traumhaft und die aufgehende Sonne tauchte die Landschaft in ein warmes, goldenes Licht.

Nationalpark Thayatal
Wenn ich die vergangenen Wochen zusammenfasse, dann war es eine ziemlich produktive Zeit. Ich konnte mehrere verschiedene Landschaftstypen besuchen und jeweils passende Motive finden. Die Stimmung wechselte je nach Ort und Wetter. Besonders wertvoll war für mich, neue Orte kennenzulernen und genauer hinzusehen, wo sich geeignete Motive anbieten.
Damit endet für mich die herbstliche fotografische Phase dieses Jahres. Die Erfahrungen und Bilder nehme ich mit in die nächste Saison, in der wieder andere Motive und Lichtverhältnisse im Mittelpunkt stehen werden.




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